Ein Triathlet von der Seite in blauem Triathlon-Einteiler auf der Radstrecke bei Ironman Mallorca

IRONMAN hat Anpassungen seiner Wettkampfregeln für die Saison 2026 veröffentlicht. Die Änderungen betreffen insbesondere das Windschattenfahren im Profifeld, die Weiterentwicklung inklusiver Rennklassen sowie aktualisierte Vorgaben zu Ausrüstung und Wettkampfbekleidung. Ziel der Anpassungen ist es laut Veranstalter, Fairness, Sicherheit und internationale Vergleichbarkeit weiter zu verbessern.

20-Meter Drafting-Zone für Profis

Über die wichtigste Neuerung hatten wir bereits in diesem Beitrag berichtet. Wie bereits angekündigt, wird die Windschattenbox bei den Profis künftig auf 20 Meter erweitert. Gemessen wird der Abstand weiterhin von der Vorderkante des Vorderrads eines Athleten bis 20 Meter nach hinten. Nachfolgende Athletinnen und Athleten müssen mit ihrem Vorderrad außerhalb dieser Zone bleiben.

Mit der erweiterten Distanz geht auch eine Anpassung der Überholzeit einher: Profis haben nun maximal 45 Sekunden, um einen Überholvorgang vollständig abzuschließen. Die Maßnahme soll das Windschattenfahren weiter reduzieren und für klarere Rennsituationen sorgen – ein Thema, das im Profibereich seit Jahren intensiv diskutiert wird.

Drei Triathleten fahren hintereinander unter Einhaltung der Windschattenregel

Foto: Sean M. Haffey / Getty Images for IRONMAN

Für Altersklassenathletinnen und -athleten bleibt die Drafting-Zone grundsätzlich bei 12 Metern bestehen. Dennoch können sich durch die neuen Profi-Regeln Auswirkungen im Rennverlauf ergeben, insbesondere auf engen oder überrundeten Streckenabschnitten.

Agegrouper dürfen sich künftig nicht zwischen korrekt positionierten Profis einordnen. Treffen sie auf eine Gruppe von Profis mit regelkonformem Abstand, müssen sie entweder den vorgeschriebenen Abstand hinter dem letzten Profi einhalten oder die gesamte Gruppe regelkonform überholen. Dabei gilt ebenfalls ein Zeitfenster von 45 Sekunden pro Überholvorgang. Wichtig: Während des Überholens ist es nicht erlaubt, den hintersten Profi im Windschatten zu nutzen.

Neue Bezeichnung: Para Open Division

Eine weitere Änderung betrifft die bisherige PC/ID Open Division (Physically Challenged/Intellectual Disability), die künftig unter dem Namen Para Open Division geführt wird. Der Begriff „Para“ steht dabei für „Parallel“ und soll eine stärkere internationale Einheitlichkeit in der Klassifizierung fördern.

Die Division bleibt auch 2026 weiterhin inklusiv und nicht wettkampforientiert angelegt. Langfristig plant IRONMAN jedoch die Einführung zusätzlicher Unterkategorien innerhalb der Para-Strukturen. Die Anpassung erfolgte in Zusammenarbeit mit einer internationalen Arbeitsgruppe aus Para-Athletinnen und -Athleten, Guides und Coaches verschiedener Klassifizierungen, darunter auch Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bereich der intellektuellen Beeinträchtigungen.

Mit diesem Schritt orientiert sich IRONMAN stärker an globalen Entwicklungen im Parasport und setzt ein Zeichen für mehr Konsistenz und Teilhabe im Triathlon.

Anpassungen bei Material und Wettkampfbekleidung

Triathleten laufen auf einer Hafenmole zu einem Leuchtturm, wo sich der Wendepunkt befindet

Foto: Bartlomiej Zborowski for IRONMAN

Auch bei Ausrüstung und Bekleidung wurden Regeln präzisiert. Gegenstände, die am Oberrohr des Fahrrads befestigt sind – etwa Verpflegungs- oder Aufbewahrungssysteme – dürfen künftig maximal 10 Zentimeter Höhe über der Oberkante des Rohrs aufweisen. Zudem dürfen diese Elemente weder am Steuerrohr befestigt sein noch dieses verdecken. Neu ist außerdem die klare Vorgabe, dass Athletinnen und Athleten keinen Körperteil auf solchen Aufbauten abstützen dürfen.

Eine praxisnahe Anpassung betrifft die Triathlon-Bekleidung: Wird der Frontreißverschluss eines Tri-Suits unten nicht geschlossen oder sind die Schultern nicht bedeckt, führt dies künftig nicht mehr automatisch zu einer möglichen Disqualifikation. Stattdessen erfolgt zunächst eine Verwarnung mit Aufforderung zur Korrektur. Wird der Verstoß nicht zeitnah behoben, folgen Zeitstrafen von 30 beziehungsweise 60 Sekunden – abhängig vom Regelverstoß.

Fokus auf Fairness und Klarheit

Mit den Änderungen reagiert IRONMAN auf Entwicklungen im Profisport ebenso wie auf Rückmeldungen aus der Community. Vor allem die größere Drafting-Zone im Profifeld dürfte die Renndynamik auf der Radstrecke spürbar verändern und für größere Abstände zwischen den Athletinnen und Athleten sorgen.

IRONMAN empfiehlt allen Teilnehmenden, die aktualisierten Global Competition Rules 2026 vor Saisonbeginn vollständig zu prüfen. Fragen zu spezifischen Regelanwendungen sollen direkt an die jeweiligen Rennveranstalter gerichtet werden.

Für Profis wie Agegrouper gilt damit gleichermaßen: Wer 2026 an der Startlinie steht, sollte die neuen Regeln genau kennen – denn kleine Details können im Wettkampf entscheidend sein.

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